FRIESEN – Weihnachtsfeier 2014

29.03.2015

FRIESEN – Weihnachtsfeier 2014


Meine Eltern erzählten mir schon seit einer gefühlten Ewigkeit, dass wir bald auf ein besonderes Fest gehen würden.

Sie sprachen aufgeregt und mit roten Wangen irgendwas von Vorführungen, Nikolaus, Liedern, Kuchen, alle seien da und ich solle schön mitmachen. Was soll das denn für ein tolles und so besonderes Fest werden, wenn ich dafür geweckt werden musste? Das ging ja schon gut los!! Zu allem Überfluss durfte ich auch nicht anziehen was ich wollte, sondern es musste was Besonderes sein. Und dann sind wir in unserem Treppenhaus auch nicht noch mal in Richtung Esszimmer abgebogen, sondern schwupps hatte ich meine Schuhe und eine Jacke an. Sollte das jetzt tatsächlich ihr Ernst sein? Ohne Essen los? Von mir aus muss es ja kein Kuchen sein, aber ein Apfel könnte es doch wenigstens sein?! Bei der Mütze habe ich dann mal kurz protestiert, aber auch nicht zu sehr. Ich wollte ihnen ja nicht ihre Vorfreude nehmen.

Draußen habe ich ihnen dann ziemlich schnell klar gemacht, dass sie jetzt nicht auch noch auf die absurde Idee kommen sollten, ich könnte zu Fuß in die Friesenhalle laufen – der Kinderwagen sollte es schon sein. Ah, Friesenhalle; jetzt hatten sie mir auch endlich das Ziel dieses besonderen Festes verraten. Friesenhalle, kein Problem – den Weg kenne ich von montags vom Turnen mit meinen Freunden. Zum Glück war ich in meinem Kinderwagen angeschnallt; meine Eltern legten ein ganz schönes Tempo vor. An der einen Straßenecke da haben wir dann meinen Freund Moritz getroffen – ihr wisst nicht wo – ja, da wo wir uns immer treffen! Das Tempo wurde aber keineswegs langsamer, so dass ich Moritz nur schnell zuwinken konnte. Weiter gings. Die Kinderwagen im Eingang geparkt und dann begann der Aufstieg. Das sind ganz schön viele Treppenstufen bis zur Halle hoch. Wer baut eigentlich eine Turnhalle in den 1. Stock? Ab durch die Schwingtür und da waren sie schon.

Keine Ahnung wer, aber die Halle war voll. Scheinbar hatten noch mehr Kinder mit ihren aufgeregten Eltern den Weg in die Friesenhalle gefunden. Leo, das ist der große Bruder von Moritz, hat uns in der ersten Reihe Plätze frei gehalten, so dass ich eine gute Aussicht hatte. Schnell noch ein paar Mal in die Runde gewunken – Mann, ich kannte aber auch viele! 

Dann ging es los. Line, für alle, die es nicht wissen, das ist meine Tante, hat uns immer erzählt, was als nächstes passiert – nett von ihr. Um noch besser sehen zu können, habe ich mich bei meiner Mama auf den Schoß gestellt. Es kamen Piraten im wilden Meer, eine Bauchtanzgruppe, Störche, Mädchen mit Tüchern, ein Zauberer, der sogar Feuer gespuckt hat und natürlich die Kleinen, also auch ich, mit einem Schlangenlied. Mama hat sogar auch ganz gut mitgemacht. Nach den Vorführungen gab es dann noch für alle Kaffee, Kuchen und Kaltgetränke. Dann durften wir noch mal auf die Bühne – unser tolles Lied singen und die gebastelten Sterne halten. Scheinbar haben wir so toll gesungen, dass sogar der Nikolaus noch vorbeikam.

Alle Kinder waren begeistert und sind schnell hingeflitzt – ich nicht!!! Ich verstehe nicht, was an einem Mann mit gaanz tiefer Stimme und dickem Bart toll sein soll? Ein Geschenk hat mir aber trotzdem irgendwer organisiert, wer, weiß ich gar nicht genau – das war aber auch ein Trubel. Jedenfalls hatte ich plötzlich ein suuper Zebraspringseil in der Hand. Die Großen haben eine Trinkflasche bekommen.

Natürlich musste im Anschluss das ganze Spektakel wieder aufgeräumt werden. Da Mama und Papa gut geholfen haben, mein Papi ist nun mal der Stärkste, konnte ich noch in Ruhe auf der Bühne ein bisschen Duplo spielen. Ich glaube, Carmen hat die Steine mitgebracht. Zumindest habe ich sie kurz danach mal bei ihr zuhause in der Küche entdeckt. Fazit: Gute Musik, tolle Lieder, Kuchen statt Apfel, alle meine Freunde und Familie, schöne Vorführungen und Geschenke… Meine Mama hatte Recht – es war ein besonderes Fest!!

Als wir wieder zuhause waren, haben wir uns erstmal Fotos von meiner Mama angeschaut. Sie war früher, das muss wohl schon ziemlich lange her sein, auch immer mit ihrer Mama, also meiner Oma, auf der Weihanchtsfeier und hat in den wildesten Kostümen Vorführungen gemacht. Eins steht für mich fest: Mit meinen Kindern gehe ich später auch auf die Weihnachtsfeier der TG Friesen!!

Liebe Grüße von einer kleinen Friesin Emma Charlotta Pittke (2 Jahre)

P.S.: Beim Ausformulieren hat mir meine Mama ein bisschen geholfen.