Erika Dietrich wird 100

29.03.2015

Erika Dietrich wird 100


hb Geisweid. Beim Rollatorrennen um die Piller fühlte sie sich wie am Giller! So charakterisierte ein Beobachter treffend die Gefühlswelt der betagten Siegerin  beim „Sportfest der Senioren“, das vor einigen Tagen im Weidenauer Marienheim stattgefunden hatte. Auch beim Kegeln, Dart-Spiel und der Mixed-Staffel war die agile Heimbewohnerin mit Stammverein TG Friesen Klafeld-Geisweid ganz vorne gelandet.

Da war dem heimeigenen „Stadionsprecher“ in der Tat die Spucke weggeblieben. Stolz präsentierte Erika Dietrich, so der Name der erfolgreichen Turnschwester, am vergangenen Samstag denn auch im vollbesetzten Feierraum des Alten- und Pflegeheimes an der Weidenauer bzw. „Schneppeküdder“-Straße  den frisch errungenen Siegerpokal nebst Urkunde. Es war in der Tat ein ganz besondere Fest der Erika Dietrich: Denn „Heideblume“, wie die gebürtige Buschhüttenerin seit ihrer Jugendzeit im Freundeskreis genannt wird, feierte an diesem Tag bei erstaunlich guter geistiger und körperlicher Frische ihren 100.Geburtstag. 

„Ihre vielen Teilnahmen am Gillerberg-Sportfest haben sicher viel zu Ihrer noch heute spürbaren jugendlichen Frische beigetragen“

, gratulierte denn auch Dr. Horst Uzar, Vorstandsvorsitzender der TG Friesen Klafeld-Geisweid, mit warmen und rührenden Worten „seiner“ Altersjubilarin. Natürlich waren die „Friesen“ gleichsam in Mannschafts- bzw. Riegenstärke angetreten, um ihrem ältesten Mitglied die Ehre zu erweisen. So gehörten zur Delegation aus dem „Fürstentum Klafeld“, wo Erika Dietrich vor etwas mehr als einem Jahr noch ihren ständigen Wohnsitz hatte, auch Beitragskassierin Gisela Höfer und Sozialwartin Annemarie Groos, zwei „Arbeitspferde“, die schon ganz lange das fruchtbare Friesen-Feld beackern.

Noch heute besucht Erika Dietrich nach Möglichkeit noch mehr oder weniger regelmäßig die Senioren-Spielstunden in der vereinseigenen Friesenhalle. In den Übungstunden der Friesen-Legenden Hilde Simon, Irmgard Winterhager und Ursel Kühn sowie in der Tanzgruppe galt „Heideblume“  zudem als äußerst „quirlige“ Teilnehmerin, die sich nach eigenen Worten im Kreise ihrer Turnschwestern immer „pudelwohl“ fühlte. Auch Pfarrer Dr. Martin Klein von der Ev.Reformierten Kirchengemeinde Klafeld fand treffende Worte und hob als Charakteristikum der Hundertjährigen das „immerfröhlich Herz“ aus ihrem Lieblingslied „Nun danket alle Gott“ hervor.

Bereits am frühen Vormittag hat Siegens Bürgermeister Steffen Mues seine Glückwünsche überbracht. „In aller Stille“ und „als Selbstfahrer ohne dienstlichen Wagenlenker“, wie aus der Geburtstagsrunde anerkennend zu hören war. Ihre ersten turnerischen Gehversuche hat Erika Dietrich natürlich beim TV Germania Buschhütten gemacht, „ganz am Anfang im Saal der alten Buschhüttener Gaststätte Bottenberg“, wie sich das Geburtstagskind noch gut erinnern kann. In Altena ist sie zwischen den beiden Weltkriegen bei einer Hoteliersfamilie „in Stellung“ gewesen, hat dort auch ihren Mann kennengelernt, mit dem sie später in der Klafelder Wenschtsiedlung ein Friseurgeschäft eingerichtet hat, das dann von ihrer Tochter Susanne Dietrich-Kammerer weitergeführt wurde.

Erika Dietrichs sehnlichster Wunsch: „Die Altersbeschwerden, die ich vielleicht noch kriegen werde (!), gut zu überstehen.“ Wie haben doch die Alten immer wieder gerne gesungen: In dem Heime, pardon: auf der Heide, blüht ein Blüüümelein, und das heißt, (zwei, drei, vier)..Erika… Dass die „Heideblume“ noch viele Blüten treibt, das wünscht auch gerne die SZ-Sportredaktion.